Stadt würdigt Personalräte und ehrt vorbildlichen Einsatz 2026


Copyright :Stadt Kassel  Foto Harry Soremski

Von links: DGB‐Regionsgeschäftsführerin Jenny Huschke, Ralph Stiepert, Oberbürgermeister Sven Schoeller und Renate Schmidtry

„Gerade in Zeiten wie diesen kommt Ihrer Arbeit besondere Bedeutung zu“ – mit diesen Worten hat Oberbürgermeister Sven Schoeller die Personal‐ und Betriebsräte sowie Jugend‐ und Auszubildendenvertretungen zum jährlichen Empfang der Stadt am Vorabend des 1. Mai willkommen geheißen.

Der Einsatz der Mitbestimmungsgremien für einen fairen Interessenausgleich, der Mut zu verantwortungsvollen Entscheidungen und klares Eintreten für demokratische Grundwerte seien unverzichtbar. All das stärke nicht nur die Rechte der Beschäftigten, sondern leiste auch einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zum Erhalt einer lebendigen Demokratie.

Die Arbeitswelt, so Schoeller weiter, sei weit mehr als ein Ort der Erwerbstätigkeit. Sie bilde einen zentralen Raum für Austausch, Teilhabe und das Erleben demokratischer Prozesse im Alltag. Gerade hier werde deutlich, wie wichtig Solidarität, Gerechtigkeit und gegenseitiger Respekt seien.

Vor diesem Hintergrund würdigte die Stadt zwei Persönlichkeiten, die in diesem Sinne beispielhaft geworden sind. Renate Schmidt hat über Jahrzehnte hinweg das solidarische Miteinander bei der Bahn geprägt, wo sie zunächst in der Güterabfertigung tätig war und später bei der Betriebskrankenkasse sowie bei der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten. Früh engagierte sie sich in der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands, heute EVG, und engagierte sich über viele Jahre im Ortsvorstand und der Fachgruppenarbeit. Darüber hinaus übernahm sie Verantwortung als ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgericht.

Besonders hervorzuheben ist ihr langjähriges Engagement in den Personalvertretungen bis hin zum Hauptpersonalrat des Bundeseisenbahnvermögens. Einen besonderen Schwerpunkt setzte sie zudem im Bahnsozialwerk, wo sie über Jahrzehnte hinweg Sprechstunden organisierte und Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützte. Auch im Ruhestand blieb Renate Schmidt aktiv und engagierte sich weiterhin für die Belange ehemaliger Kolleginnen und Kollegen. Ihr Leitsatz, stets das Beste aus jeder Situation zu machen, habe ihre Haltung widergespiegelt, die von Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein geprägt sei, so der Oberbürgermeister.

Mit Ausdauer, Klarheit und Gestaltungswillen hat Ralph Stiepert die Arbeitswelt in der Region nachhaltig mitgestaltet. Als Krankenpfleger am Klinikum engagierte er sich früh für seine Kolleginnen und Kollegen und wurde 1993 in den Betriebsrat gewählt. Was folgte, war ein außergewöhnlich kontinuierliches Engagement in der Mitbestimmung: als stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, in freigestellter Funktion und zuletzt als Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Gesundheit Nordhessen. Parallel dazu wirkte er über viele Jahre im Aufsichtsrat und begleitete zentrale Entscheidungen für das Klinikum und die regionale Gesundheitsversorgung.

Auch gewerkschaftlich setzte er starke Akzente: Seit 2010 ist er Bezirksvorsitzender von ver.di Nordhessen und vertritt die Interessen der Beschäftigten mit Nachdruck. Besonders in Krisenzeiten, etwa während der Corona‐Pandemie, zeigte sich seine Verlässlichkeit als Ansprechpartner für die Beschäftigten. Sein Engagement zeichnet sich durch aus. Neben seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit ist er auch kommunalpolitisch im Ortsbeirat Fasanenhof aktiv.

Die beiden Geehrten hätten Kassel ein Stück gerechter und solidarischer gemacht, schloss der Oberbürgermeister seine Laudatio und zeichnete Renate Schmidt und Ralph Stiepert mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt aus.

PM:Stadt Kassel

Comments are closed

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner