Durch die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen haben sich die Blaualgen im BUGA-See derart stark vermehrt, dass das Gesundheitsamt Region Kassel jetzt ein Badeverbot ausgesprochen hat.

Die Kombination aus sinkendem Wasserstand, intensiver Sonneneinstrahlung und steigenden Wassertemperaturen schafft günstige Bedingungen für die Entwicklung von Cyanobakterien – umgangssprachlich als „Blaualgen“ bezeichnet. Entgegen der weit verbreiteten Bezeichnung handelt es sich bei Blaualgen jedoch nicht um Algen, sondern um Bakterien. Sie gehören zu den ältesten Organismen der Erde und können sich insbesondere in nährstoffreichen, warmen und langsam fließenden oder stehenden Gewässern stark vermehren. 

Einige Arten bilden Stoffwechselprodukte, die für Menschen und Tiere gesundheitsschädlich sein können. Deshalb werden die Gewässer während der Badesaison regelmäßig kontrolliert. Aufgrund der aktuellen Belastung hat das Gesundheitsamt Region Kassel heute, 3. August, ein Badeverbot für die BUGA ausgesprochen. 

Rekord-Trockenheit und Hitze

Foto:NHB.KAJO

Nach den jüngsten Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes war der Juli 2026 in Hessen der trockenste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Gleichzeitig lag die Durchschnittstemperatur mit 20,2 °C deutlich über dem langjährigen Mittel von 16,9 °C. Mit rund 283 Sonnenstunden wurden zudem etwa 40 Prozent mehr Sonnenstunden registriert als im langjährigen Durchschnitt. Diese außergewöhnlichen Bedingungen fördern die Erwärmung der Gewässer und beschleunigen die Entwicklung von Cyanobakterien.

Einen wichtigen Beitrag zur Wasserqualität leisten die im See vorkommenden Makrophyten, also größere Wasserpflanzen wie Laichkräuter oder Tausendblatt. Sie nehmen Nährstoffe aus dem Wasser auf, produzieren Sauerstoff, stabilisieren das ökologische Gleichgewicht und konkurrieren mit Cyanobakterien um Licht und Nährstoffe. Damit wirken sie als natürliche „Wasserreiniger“ und tragen wesentlich zur Verbesserung der Wasserqualität bei.

Aus diesem Grund wurden die Wasserpflanzen im BUGA-See bewusst erhalten. Die ökologische Funktion der Makrophyten ist ein wesentlicher Bestandteil eines nachhaltigen Gewässermanagements. Aber auch hier war dieses Jahr eine überdurchschnittlich starke Vermehrung der Makrophyten zu erkennen. Diese werden im September mit einem Unterwassermähboot zurückgeschnitten und die Biomasse aus der BUGA entfernt.

Herausforderung für viele Seen

NHB.KAJO.

Die Situation am BUGA-See ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren mussten zahlreiche Badeseen in Deutschland zeitweise wegen erhöhter Konzentrationen von Cyanobakterien Warnhinweise oder Badeverbote aussprechen. Vergleichbare Entwicklungen wurden unter anderem am Twistesee (Landkreis Waldeck-Frankenberg), am Dümmer See (Niedersachsen), am Altwarmbüchener See (Region Hannover), am Baldeneysee (Essen) sowie an weiteren Badegewässern in Hessen und Deutschland beobachtet. Längere Hitze- und Trockenperioden stellen viele Seen zunehmend vor ähnliche Herausforderungen.

Die Stadt Kassel überwacht die Wasserqualität des BUGA-Sees regelmäßig in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden. Ziel ist es, die Gesundheit der Badegäste zu schützen und gleichzeitig die natürlichen ökologischen Prozesse des Gewässers langfristig zu erhalten.

PM :Stadt Kassel

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