Prinzessin und Hofdame:Zwei Frauen repräsentieren erstmals Kassels Karneval

Sperrfrist 10.11.26 / 21 Uhr-
KASSEL (6.11.26) – Eine Premiere im Kasseler Karneval: Eileen Kapitza und Ann-Christin Kitzinger werden ab dem 11. November 2026 als „Prinzessin und Hofdame“ gemeinsam die Närrinnen und Narren der Stadt repräsentieren. Die beiden 32-Jährigen kommen aus der Karnevalgesellschaft „Fuldatal – Die Windbiedel“ und bringen langjährige Erfahrung auf und hinter der Bühne mit. Nun erfüllen sie sich einen gemeinsamen Kindheitstraum. „Schon von klein auf träumen wir davon, einmal eine Prinzessin im Kasseler Karneval zu sein und diesen besonderen Zauber hautnah erleben zu dürfen“, sagt Ann-Christin Kitzinger. Als die beiden im Sommer erfuhren, dass noch kein neues Prinzenpaar gefunden worden war, entstand zunächst im Scherz die Idee einer gemeinsamen Bewerbung. Daraus wurde ein konkreter Entschluss: Sie meldeten sich beim Präsidenten der Gemeinschaft Kasseler Karnevalgesellschaften, Lars Reiße, und boten an, die Aufgabe zusammen zu übernehmen. Dabei entschieden sie sich bewusst für die Rollen Prinzessin und Hofdame. Eileen Kapitza wird als Prinzessin auftreten, Ann-Christin Kitzinger als Hofdame. „Für uns steht nicht im Vordergrund, wer welchen Titel trägt, sondern dass wir als Team, Hand in Hand regieren, uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam den Kasseler Karneval mit Herz, Freude und Leidenschaft repräsentieren“, betont Kitzinger.

Prinzessin&Hofdame(c)SilkeKitzinger1.jpg
#Kindheitstraum geht in Erfüllung Eileen Kapitza ist berufliche im pädagogischen Bereich tätig und vielen unter ihrem Geburtsnamen Frese als Tanzmariechen auch über Kassel hinaus bekannt. Für die kommende Session hatte sie bereits ihren Abschied als Solistin geplant. Als Jugend- und Solistentrainerin bleibt sie weiterhin aktiv. Kitzinger ist Zahnmedizinische Fachangestellte und lebt in Calden. Sie begann ebenfalls als Tanzmariechen, trainierte später die Kindergarde und war 2014 Zisselprinzessin. Heute ist sie unter anderem Co-Trainerin des Männerballetts „No Limits“ und zweite Schriftführerin ihres Vereins. Beide tanzen in der Präsidentengarde.
GKK-Präsident Lars Reiße freut sich über die Initiative: „Beide haben sich von sich aus gemeldet, sind hoch motiviert und bringen viel Leidenschaft für den Karneval ein. Eine bessere Voraussetzung gibt es nicht. Ich freue mich auf diesen weitere Frauen-Power!“ Mit Michaela Sander war erst vor kurzem auch eine Vize-Präsidentin ins Präsidium der GKK gewählt worden. Unterstützung erhalten die beiden auch vom bisherigen Prinzenpaar Stefan Weber und Yvonne Boll. Nun wird Weber dem neuen Duo als Hofmarschall zur Seite stehen; auch Boll hat ihre Unterstützung zugesagt. Das Zepter wird der bisherige Prinz an die neue Prinzessin weitergeben. Für die Vorbereitung blieben dem neuen Duo nur sieben Wochen statt der sonst üblichen sieben Monate.
Prinzessin&Hofdame(c)SilkeKitzinger1.jpg
Kleider mussten ausgewählt, Orden bestellt, Fotos gemacht und Auftritte vorbereitet werden. Beide haben jeweils zwei Kinder und organisieren die Vorbereitungen neben Familie und Ehrenamt. Rückhalt geben ihnen ihr Verein, das Präsidium und weitere Unterstützer der GKK, wie dem Ehrensenat. Spenden statt Blumen für den Wünschewagen Mit dem Lied „Einmal Prinzessin sein“ werden Kapitza und Kitzinger künftig in die Säle einziehen. Besonders freuen sie sich auf Begegnungen mit dem karnevalistischen Nachwuchs. Für den Kinderkarneval bereiten sie einen Prinzessinnen-Tanz vor, bei dem möglichst viele Kinder mittanzen sollen. „Wir wollen Kindern deutlich machen, dass es sich lohnt, seinen Traum zu leben“, sagt Kapitza. Auch ein soziales Anliegen begleitet ihre Session: Bei ihren Auftritten bitten die beiden um Spenden für den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Nordhessen anstelle von Blumengeschenken. Das aus Spenden finanzierte Angebot ermöglicht schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase eine Fahrt zu einem besonderen Ort oder einer Veranstaltung, die ihnen am Herzen liegt. Terminweis: Die Proklamation von Prinzessin und Hofdame sowie die Verabschiedung des amtierenden Prinzenpaares findet am 11.11.26 ab 20.11 Uhr im Philipp-Scheidemann-Haus Kassel statt. Zudem sind Tänze, Büttenreden und Showeinlagen zu erleben.
Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen:
www.karneval-kassel.de und
www.facebook.de/karnevalkassel sowie
www.instagram.com/karnevalkassel und
www.youtube.com/@Karnevalkassel Fotos: Silke Kitzinger (Eileen Kapitza = schwarze Haare) Stichwort: Karneval in Kassel Karneval in Kassel hat eine über fünfhundertjährige Tradition! Chronisten sprechen von einer Urkunde aus dem Jahre 1431, die mit dem so genannten „Brotreichentag“ den Kasseler Karneval begründete.
Napoleons Bruder Jérome, Kassels „König Lustig“, feierte im Schloss Wilhelmshöhe rauschende Maskenbälle und animierte damit auch seine Untertanen zur „schönsten Fastnachtslust“. Weder der „Carnevalsverein“, noch der „Columbusrath“ haben sich als Organisationen der Karnevalisten über die vorletzte Jahrhundertwende retten können. Sie wurden abgelöst durch den mittlerweile nicht mehr existierenden „Verein der Rheinländer 1892“. Diese Gesellschaft prägte das karnevalistische Leben in Kassel auch in den zwanziger und dreißiger Jahren. Auftrieb erhielt der Kasseler Karneval nach dem Zweiten Weltkrieg. 1949 wurden die Pääreschwänze und in 1952 „Narrhalla Chasalla“ gegründet.
Das von den „Rheinländern“ alljährlich inthronisierte Prinzenpaar besuchte die Veranstaltungen der beiden anderen Gesellschaften. In der Session 1958/1959 ergab sich erstmals nach erfolgter Rathauserstürmung die Gelegenheit, dass das amtierende Prinzenpaar und die drei Kasseler Karnevalsgesellschaften von Oberbürgermeister und Magistrat der Stadt Kassel empfangen wurden.
Die drei Karnevalsgesellschaften nahmen dieses Ereignis zum Anlass und gründeten eine „Arbeitsgemeinschaft“. Ab dem Jahr 1960 schlossen sich weitere Gesellschaften diesem Bund an. Heute gehören zur Gemeinschaft Kasseler Karnevalgesellschaften (GKK) die Große Kasseler Karnevalsgesellschaft Fuldatal – die Windbiedel, die KG und TSG Kassel-Süd – Die M-Einser, KG & TSC Herkules, die Pääreschwänze, der Club ehemaliger Prinzen und der Rat der Ehrenritter“.
Nach der Wiedervereinigung kam der Arnstädter Karneval Club hinzu. Auch der im Jahr 1999 gegründete Prinzessinnenclub schloss sich der GKK an. Auf Grund einer besonderen Verbundenheit zu Einbeck wurde im Jahr 2006 die Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck ebenfalls in der GKK aufgenommen. Zuletzt kam der „Verein für Tanzsport“ hinzu. Kontakt Marcus Leitschuh -Pressesprecher der Gemeinschaft Kasseler Karnevalsgesellschaften- 0175-5229105
Marcus-Leitschuh@t-online.de
PM: Marcus-Leitschuh
Ähnliche Beiträge
Comments are closed